Wer in den Grenzgrafschaften lebt, klammert sich nicht an Namen. Städte kommen und gehen, ebenso wie das Leben eines Menschen kaum etwas wert scheint.

In dieser Welt, in einer Stadt, deren Name kaum im Norden bekannt sein dürfte, wuchs der Junge Arno in ärmlichsten Verhältnissen auf und fand sich schon nach wenigen Lebensjahren als Waise wieder, zu jung um sich erinnern zu können, was Vater und Mutter den tot brachte. Die folgenden Jahre seiner Kindheit wuchs er in einem Armenhaus auf, geleitet von einer dicklichen Nonne der Shallya, einer der wenigen imperialen Gottheiten, die in den wilden Landen der Grafschaften Einzug gehalten hat.

Doch all die Lehren der dicken Nonne vermochten es nicht zu verhindern, dass der Junge schnell ein eigenes Bild dessen gewann, was Besitz war. Taschendiebstahl und kleinere Einbrüche folgten, ehe der Knabe aus dem Armenhaus auf die Straße geworfen wurde, was ihm wenig aus zu machen schien. Schnell war eine Bande Halbstarker gefunden, mit denen er die Gassen unsicher machte.

Aus Stöcken wurden Schwerter und aus Knaben junge Männer. Arno hatte sich in seiner Bande als gekonnter Schwertkämpfer erwiesen, der auch nicht davor zurück schreckte, wenn eine Situation brenzlig wurde von seinen Fähigkeiten gebrauch zu machen.

Doch während für die jungen Kerle die Welt sich nur darum drehte, am ende des Tages einen Vollen Bauch und ein paar Münzen zu besitzen, so steuerte die Stadt ohne Namen doch auf ihr Verderben zu.

Gelegentliche Übergriffe von Orks aus dem Süden oder banden marodierender Raubritter waren den Menschen der Grenzgrafschaften nichts neues, doch das erwachen der Mächte des Chaos im Norden, trieb auch die finsteren Kreaturen im Süden aus ihren Löchern.

Eine Armee der Grünhäute marschierte gegen die befestigte Stadt und eine Belagerung begann, deren Ausgang nur mit der Vernichtung der Menschen enden sollte.

Neben der Stadtgarde standen dem Fürsten noch eine geringe Zahl Söldner zur Verfügung, zu wenige um die Stadt zu halten. Kurzum wurde jeder wehrfähige Mann und Junge Zwangsrekrutiert, bewaffnet und auf die Mauer gestellt, darunter auch Arno und seine Bande, sichtlich nicht begeistert.

Als der Sturm begann, brauchte es nicht viel und die Jungen verließen ihren Posten um eine sicheren Ort zu finden. Auf geheimen Wegen gelangten sie in den Bergfried, wo der Fürst mit einem Regiment Söldner, dass er zu seiner Leibwache erkoren hatte, sich rüstete. Die Söldner waren Männer aus dem Imperium, prächtig gekleidet in Rote und Weiße Uniformen, sowie geschwärzte Rüstungen. Fünf bis Sechs Fuß lange Zweihänder machten sie zu beeindruckenden Erscheinungen.

Stunden später, als die Dämmerung einsetzte, wagte sich Arno aus seinem Versteck, doch die Stadt war ein einziges Flammenmeer, in dem die letzten Verteidiger verbissen gegen plündernde Horden kämpften. Es mochte Glück sein oder der Wink der Götter, dass Arno und seine Bande bei ihrer Flucht durch die Straßen auf jene schwer gerüsteten Söldner stießen, die sich ihren Weg aus der Stadt frei schlugen. Die meisten der Angreifer konzentrierten sich auf die Plünderung und so gelangten die Fremdländer samt des Fürsten aus der Stadt, dicht gefolgt von einer Hand voll abgehalfterter Jungen, die in ihrem Kielwasser entkommen waren. Weder war es Milde, die den Anführer der Carroburger Großschwerter dazu bewog, die Bande Jungen als Freischäler unter Sold zu nehmen, noch war es wirkliche Begeisterung, die Arno diesen Schritt machen ließ. Die Söldner brauchten frische Rekruten und Arno und seine Bande brauchten Schutz bis in den Norden.

Doch was als Zweckbündnis begann, wurde für Arno zur Gewohnheit, selbst nachdem sie das sichere Imperium erreichten, blieb er unter Sold bei den Carroburgern der 3., bis zum heutigen Tag.

 

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