Konrad Specht – “Der Ranaldiener”  – dabei seit DF’16                seit Frühjahr 2534 IC Profoss

Geboren wurde Herr Specht nahe der Stadt Grünburg im Nord-Osten des Reiklandes. Er wuchs beim Bruder seiner Mutter auf, welche während seiner Geburt (Vater unbekannt, irgendein schneidiger junger Offizier (Abschiedsbrief der Mutter)) verstarb. Da er seine wahren Eltern nie kennenlernte, sieht er seine Pflegeeltern und deren zwei Kinder (Junge/Mädchen) als Familie an.

Seine Kindheit verbrachte Herr Specht in der Gaststätte seiner Pflegeeltern, wo er das Handwerk eines Gastwirtes lernte und auf Gestalten der ganzen Alten Welt stieß. Zweimal begab es sich sogar, dass sich Zwerge in die bescheidene Gaststätte seiner Pflegeeltern verirrten, ein Spektakel für den kleinen Herrn Specht. Obwohl er mit seinem Leben zufrieden war, hatte er doch ein Dach über dem Kopf und genug zu essen, wusste er doch, dass er als Pflegekind niemals die Gaststätte führen würde, da der Sohn seiner Pflegeeltern diese fortführen wollte. Deprimiert ob dieser Tatsache gab sich Herr Specht schon früh so manchen Laster hin und trieb seinen Pflegevater damit zur Verzweiflung. Im Rahmen dieser Laster kam es häufiger dazu, dass Herr Specht mit Soldaten zusammensaß und um Geld spielte, oft gewann er, womit er sich Geld für Frauen und Spielereien verdiente.

Als Kind war Herr Specht immer begeistert gewesen, wenn Soldaten in langen Reihen und mit glänzenden Waffen und Rüstungen die Straße entlang kamen, um Kriege im gesamten Imperium zu führen. Auch die Geschichten ehemaliger Soldaten in der Gaststätte verschlang er wie kein zweiter, doch als Herr Specht die Soldaten im jungen Erwachsenenalter erlebte, trübte sich dieses Bild, offenbarte sich ihm doch, wie verschlagen und hinterhältig die einfachen Soldaten sein konnten und das sie keine noblen Ziele zur Armee brachten, sondern oftmals die Flucht vor sträflichen Taten. Zu dieser Zeit, Herr Specht zählte schon 19 Jahre und half nur noch hier und da in der Gaststätte, sein Pflegevater lag ihm auch schon seid Jahren in den Ohren endlich etwas mit seinem Leben anzufangen, begab es sich, dass einige Soldaten zu viel in der Gaststätte seiner Pflegeeltern tranken. Wie es häufig der Fall ist, wenn Männer zu viel trinken, kam es zum Streit und die Männer begannen die Einrichtung zu zerstören. Herr Specht und sein Pflegevater versuchten die Soldaten zu beruhigen, aber diese zogen im blinden Zorn Waffen und erstachen seinen Pflegevater und schlugen Herrn Specht fast tot. Zu allem Übermut ließen sie es nicht dabei bewenden und verletzten seine Pflegemutter ebenfalls schwer. Lasst nur so viel gesagt sein, sie erlag ihren Verletzungen Tage später. ….. Tage später wurden die Soldaten tatsächlich ermittelt und bestraft. Einer (Der Mörder seines Pflegevaters) wurde öffentlich hingerichtet, drei andere wurden strafversetzt und ein Offizier überbrachte Herrn Specht und seinen Geschwistern eine Beileidsbekundung. Und eine lächerlich kleine Summe Geld als Entschuldigung.

In Trauer verging das kommende Jahr und Specht spielte immer noch viel, aber dem Alkohol blieb er weitestgehend fern. Das Verhältnis zu seinem Bruder (er führte die Gaststätte nun mit seiner Frau) dagegen wurde immer schlechter, machte er Herrn Specht doch für das Unglück verantwortlich. Viel Schlimmer aber war, dass Herr Specht sich selber die Schuld gab, hatte er es doch nicht geschafft den Tod seiner Pflegeeltern zu verhindern. Er war einfach zu schwach gewesen und hatte an dem Abend zu viel getrunken. Im Frühjahr packte er daher seine Sachen und verlies sein Zuhause. Es trieb ihn nach Altdorf, Marienburg und Nuln, aber nirgendwo fand er sein Glück, oft musste er hungern und wusste nicht, wo er schlafen sollte. Nur dank seiner glücklichen Hand im Spiel konnte er sich über Wasser halten und er dankte Ranald täglich für seinen Segen.

Drei Jahre lang zog Herr Specht so durch das Imperium und hielt sich irgendwie über Wasser. Er wusste, dass es so nicht weitergehend konnte und entschloss sich nach Hause zu gehen und seine Geschwister zu besuchen. Froh war er, als er erfuhr, dass es beiden gut ging und beide Kinder hatten. Tränen flossen auf beiden Seiten bei seiner Heimkehr und sein Bruder entschuldigte sich der ungerechtfertigten Vorwürfe vor drei Jahren. Gleichzeitig entschuldigte sich Herr Specht für sein Versagen und beschrieb ausgiebig, wie es ihn die vergangenen Jahre Quälte und wie er die Jahre verbracht hatte. Sein Bruder nahm ihn damals in den Arm und sagte: „Ach Konrad, willkommen Zuhause. Ruh dich aus, bleib bei uns und lebe dein Leben ohne Schuldgefühle. Was damals geschah, war nicht deine Schuld. Erinnere dich unserer Eltern im guten und folge auch heute noch ihrem Rat, denn sie wünschen uns Glück auf unseren Wegen.“

Und so fasste sich Herr Specht und lebte einen befreienden Sommer bei seinem Bruder und half wo er kann. Er erzählte seinem Bruder von anderen Orten und beschrieb gesehenes in den schillerndsten Farben. Als sich der Sommer dem Ende neigte, entschloss sich Herr Specht trotz all der erlebten Wärme dazu, seinen eigenen Weg zu gehen. Er wollte den Werbern der Armee folgen und Soldat werden. Kein Soldat wie die Mörder seiner Eltern, sondern ein Soldat auf dem seine Pflegeeltern und vielleicht auch sein wahrer Vater stolz sein könnten……….

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 seit Frühjahr 2534 IC Profoss des 3.C